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8.10.16

Schlampamsen in Weimar

Reisen bildet, so sagt man. Reisen erschafft Erinnerungen, Erlebnisse und auch ganz neuen Input für das Leben – jenes Leben der Zukunft, welches zwar heute noch nicht geschrieben ist aber doch darauf wartet ausgefüllt zu werden. Mit eben exakt jenen Erinnerungen, Erlebnissen und Gefühlen die man auf Reisen er - lebt.

Ohne jemals über den Tellerrand geschaut zu haben, wird man kaum fähig sein sich Meinungen zu bilden oder gar seinem Leben einen Sinn zu verleihen.
Was ein Mensch nicht kennt, kann er nicht beurteilen.Was er niemals sah, kann er nur schwerlich beschreiben und das was er niemals fühlte, kann er unmöglich in seinem Herz tragen.
Vorbei ! 
die schönen und verträumten Tage in meiner Lieblingsstadt Weimar.
Wehmütig schaue ich heute auf diese Tage zurück, in welchen ich wieder einmal ,wie bereits so oft auf Goethes Spuren durch die Jahrhunderte wanderte, im Park an der Ilm träumend im Gras saß und vor seinem Gartenhaus die Sonne genoss.
Und wie bereits bei meinen letzten Besuchen, so nehme ich auch dieses mal viele Weisheiten und neue Ideen mit nach Hause.
Ich lernte diesmal: Goethe war gar nicht so ein toller Mann, wie ich es stets glaubte.
Zum ersten Mal beschäftigte ich mich einmal genauer mit seinem Leben. Zuvor hatte ich mich stets auf seine Werke konzentriert und wusste nur recht wenig über ihn und sein Leben.
Sicherlich, sie Leiden des jungen Werther waren schon etwas ganz besonderes. Goethe wurde einst mit diesem Buch berühmt, den Zeilen eines leidenden, liebenden jungen Mannes, den die Liebe scheinbar verraten hatte. Und jeder der es gelesen hat, erkennt darin einen Menschen, der wahrhaftig geliebt hat, der gelitten hat und der sich fast aufgab in dieser Liebe zu einer jungen Frau.
Doch die letzten Tage in Weimar, brachten viel neues für mich ans Tageslicht.
Neues über Goethe, neues über mich.
War er doch stets ein so wundervoller Dichter, Erfinder und auch Bauherr für mich gewesen. So ertappte ich mich diesmal dabei, einmal sein Leben genauer zu beleuchten. Jedenfalls soweit dies möglich ist anhand der Archive – der privaten Briefe, der Aufzeichnungen von anderen Personen und seines Hauses, in welchem bis zu heutigen Tage viele private Gegenstände des Dichtes ausgestellt werden.
Ich glaube das Goethe ein Getriebener war – in jeglicher Hinsicht.
Sein Antrieb war das Neue, das Unentdeckte und das mysteriöse.
Er war ein großartiger Entdecker, Erfinder, Schriftsteller und Dichter in allen Bereichen des Lebens. Ein Wissenschaftler der wahrhaft Wissen erschuf und und alle bis zum heutigen Tage daran teilhaben lässt.
Doch wie war Goethe als Mensch ?



Die meisten von wissen über seine Affären mehr als über seine Ehefrau !
Was ? Goethe hatte eine Frau ?
Ja ! Goethe hatte tatsächlich eine Ehefrau und die ist leider weniger bekannt als seine Geliebte – jene Frau von Stein. Um diese Frau ranken die herrlichsten Geschichten und auch hier findet man wieder jede Menge Herzschmerz.
Dabei war der Herzschmerz der Christiane Vulpius, seiner Ehefrau ganz sicher viel größer denn sie blickte seinerzeit auf kein so erfreuliches Leben wie manch andere Frau in der Nähe des Dichters.

Dabei begann es so wundervoll.
Die junge Christiane erregte Goethes Aufmerksamkeit als sie für ihren Bruder, der ebenfalls Schriftsteller war, bei ihm vorsprach.
Doch Goethe half dem Bruder niemals so wirklich, stattdessen nahm er Christiane als Geliebte.
Geheiratet hat er sie allerdings erst, nachdem sie ihm das Leben rettete.
Ich dachte lange darüber nach, ob er sie wirklich geliebt hat oder ob es mehr die Dankbarkeit war, gepaart mit der Tatsache das die beiden später ein Kind miteinander hatten.
Als einfache Frau wurde sie von der Weimarer Gesellschaft niemals anerkannt. Sie verlor alle ihre Kinder im Laufe des Lebens. Ihr Ehemann Goethe war so gut wie niemals zu Hause und sie starb relativ früh, ganz alleine nach mehreren Schlaganfällen. Goethe indes besuchte sie nicht einmal am Sterbebett.Und sogar ihrer Beisetzung blieb er fern.

Hm......das nenne ich mal den Stoff für einen Bestseller.
Doch in Wahrheit wissen nur wenige Menschen etwas darüber.
Vielleicht ist das auch gut so.

In Weimar bemerkte ich plötzlich das ich Sympathien für Christiane Vulpius entwickelte. Also begab ich mich auf meiner Suche zu ihren Spuren.
Ich wollte erfahren, ob sie dennoch glückliche Abschnitte in ihrem Leben gehabt hatte und ich wurde fündig:

*** Zeitlebens versicherten Goethe und Christiane einander, immer dann am glücklichsten zu sein, wenn es der jeweils andere sei. Christiane ging gern tanzen und war mit ihren Freundinnen auch einem guten Tropfen nicht abgeneigt. Sie kümmerte sich um den 1789 geborenen Sohn August, der als einziges der fünf gemeinsamen Kinder das Erwachsenenalter erreichte.***

Und sie erfand ein ganz neues Wort !
Ein Wort, welches ich mir zu eigen machte in diesen Tagen.
Da ich es noch nie zuvor gehört oder gelesen hatte, übte es auch mich einen ganz besonderen reiz aus.

Schlampamsen !!!

Christiane schrieb in ihren Briefen an Goethe darüber, fragte ihn wann er endlich nach Hause kommen würde, zum schlampamsen im Garten.
Was wohl genau sie damit gemeint hatte ?
Wir werden es nur schwerlich ergründen können doch ich glaube, es war so eine Art Pseudonym für: " Lass uns beieinander sein, uns lieben, die Zeit genießen und glücklich sein."

Beflügelt von diesem Wort oder besser ausgedrückt: Von dem was ich dachte, was es bedeuten könnte, war auch ich in diesen Tagen regelrecht beflügelt.
Ich sah Weimar mit ganz anderen Augen !
Ich wollte schlampamsen, weil es so wundervoll klang und weil ich darin etwas ebensolches zu sehen glaubte.
Ich dachte nach. Hatte ich etwas mit Christiane Vulpius gemeinsam oder war ich doch mehr der Typ Goethe, welcher getrieben vom Wissensdurst und der Gier nach Erlebnissen durchs Leben wandelte, während seine Ehefrau ein recht einfaches und tristes Leben führte.

Vielleicht hatte ich von Beiden etwas und ich empfand dies als überaus positiv.
Ein Leben im Schatten eines anderen Menschen zu führen kann irgendwie nicht gesund sein, dachte ich nach.
Doch ein Leben welches nur auf den eigenen Vorteil bzw. die eigene Entwicklung ausgelegt ist, so wie Goethe es zu leben pflegte, kann auch nicht die Lösung sein.
Ja ! Er hinterließ uns bedeutende Texte, Zeichnungen uvm.
Doch auch Christiane hinterließ uns eine ganze Menge. Nur hinschauen muss man.
Vielleicht war dies der Grund warum ich auf den Spuren der Christiane Vulpius wanderte ?
Evtl. sollte ich lernen besser hinzuschauen ?
Was wäre aus Goethe ohne Christiane Vulpius geworden ? Ganz ohne Zweifel hätte sein Leben eine ganz andere Richtung genommen ohne sie.
Goethe liebte seine Christane, Dies geht aus vielen Aufzeichnungen von ihm und auch aus den privaten Briefen der beiden hervor.
Und doch war er nicht fähig ihr treu zu sein. Und er war scheinbar auch nicht dazu in der Lage, sein Leben an ihrer Seite zu verbringen.
Tatsächlich war Goethe nur selten in Weimar – zumeist war er auf Reisen.
Eine seltsame Art der Liebe war das. Aber vielleicht sind Menschen wie er ganz einfach nicht fähig so zu leben und zu lieben, wie sie es in ihren Romanen und Dichtungen beschreiben.

Goethe selbst glaubte daran schon tausende Male auf dieser Erde gewandelt zu sein und er war sich sicher, noch viele tausende Male wiedergeboren zu werden.
Vielleicht sah er sein Leben so, wie es nur jemand sehen kann der genau daran glaubt.
Er ahnte das es Zufälle nicht gibt und das man nichts im Leben erzwingen kann.
Also lebte er einfach und nahm mit, was er mitnehmen konnte.
Und Christiane ?
Vielleicht bestand ja ihre Aufgabe genau darin, ihm eine Muse zu sein und ihm den Rücken frei zu halten ?
Wer weiß das schon ?
Und ergründen kann ich es ebenfalls nicht – nicht nach so langer Zeit und nicht ohne beide gekannt zu haben.
Es ist und bleibt somit ein Rätsel für uns Lebende.

Und was nahm ich mit nach Hause von meiner Reise ?

Ganz sicher die unumstößliche Tatsache, dass das Leben sich seinen Weg sucht – es niemals planbar ist.
Vielleicht auch das man mit jammern und Herzschmerz, gleichgültig wie gut es auch geschrieben sein mag, dennoch nicht sein Ziel erreicht. Goethe bekam sein erste große Liebe nicht, er verlor sie an einen anderen.
Christiane Vulpius indes bekam ihren Goethe – wurde jedoch niemals in ihrem Leben so richtig glücklich mit ihm.Vielleicht auch deshalb nicht, weil er sein Herz schon lange zuvor an eine andere verloren hatte und diese Liebe ihm zeitlebens nicht aus dem Kopf ging, er ihr nachtrauerte.
Zusammenfassend komme ich zu der Erkenntnis, dass glücklich sein ganz alleine bei uns selbst liegt.
Niemals ist ein Anderer dafür verantwortlich was ich selbst aus meinem Leben mache.
Unser aller Leben kann so schnell beendet sein, oftmals sind wir uns gar nicht darüber im klaren wie schnell das passieren kann.
Also lebe heute und nicht im gestern. Lebe nicht in Deinen Träumen sondern lebe Deine Träume aus – sofern sie realistisch sind :-)

Carpe diem.


© Anja Mattern

19.4.16

Der badische Donald Trump

Als ich am Dienstag Morgen los fuhr in Richtung Baden-Baden, da erwartete ich eigentlich für mich ein paar schöne Tage. Relaxen war angesagt. Einfach eine schöne Zeit erleben in dieser Stadt, die bereits seit Jahrhunderten auf eine ausgeprägte Bade und Heilkultur zurückblicken kann. Und Straßburg wollte ich besuchten, mit einem so dachte ich bis dahin, sehr guten Freund.
Doch an diesem Morgen ahnte ich noch nicht, dass sowohl mein Bekannter, als auch Straßburg sich im Ausnahmezustand befinden.
Mein Bekannter weil er die Muslime bekämpfen will und Straßburg weil eben ganz Frankreich gerade in einer Ausnahmesituation ist wegen der Anschläge in Paris.An jeder Ecke bewaffnete Soldaten vermittelten mir nicht gerade ein Gefühl von Urlaub und Frieden.  

Ja, es kam alles anders als ich es mir vorgestellt hatte.
Vielleicht um mir die Augen zu öffnen, vielleicht aber auch einfach nur deshalb, weil manche Freundschaften ganz einfach im Laufe der Jahre hinfällig werden ?
Ja, wir Menschen sind manchmal wie Wein.
Viele von uns werden mit den Jahren immer besser, sie begreifen die Tragweite dessen, warum wir alle hier sind, welchen Sinn unser Leben hat oder haben kann. Jugendsünden begeht wohl ein Jeder von uns und das ist auch gut so.
Anders verhält es sich jedoch bei Sünden, die Menschen immer und immer wieder in vollem Bewusstsein begehen.
 Straßburger Münster-Uhr. Sie zeigt uns die eigene Vergänglichkeit....
Man fragt sich da manchmal:
Was glaube die eigentlich wozu sie hier sind ?
Denke sie evtl. auch einmal darüber nach, dass sie eine unsterbliche Seele haben ?
Sicher, solange man blutjung ist macht man sich da weniger Gedanken aber mit zunehmendem Alter ?
Ich persönlich werde solche Menschen wahrscheinlich niemals verstehen können. Ich bin mir wohl zu sehr dessen bewusst, das mein Leben jeden Moment beendet sein könnte.
Und ich möchte gerne Abends in den Spiegel schauen können – ohne mich schämen zu müssen !
Gott sei Dank gibt es von denen, die so sündvoll dahinleben nicht gar so viele.
Und dann sei an dieser Stelle noch erwähnenswert:
Es gibt auch solche, die in ständiger Angst leben, ihnen würde etwas genommen oder vorenthalten.
Ich glaube in der Tat, dass diese Menschen die schlimmsten sind denn Missgunst, Neid und das rum- hacken auf schwächeren, benachteiligten oder gar auf Randgruppen, ist für mich persönlich ein recht asozialer Lebenswandel – wenn man überhaupt an dieser Stelle von Lebenswandel sprechen darf.
Das sind die sauren Weine !
Zuweilen begegnet man ihnen, den Essigwein -Menschen.
Menschen die scheinbar Ängste durchleben bezüglich ihres Daseins. Sie denken, da gibt es ANDERE , die nehmen mir was weg ! Um was es sich dabei vermeintlich zu handeln scheint, wissen sie selbst oft nicht .
Im Falle des badischen Donald Trump, erschloss es sich mir indes zu keinem einzigen Zeitpunkt.

War es vielleicht der blanke Hass auf andersdenkende bzw. Menschen aus einer anderen Kultur ? Oder Angst vor der Zukunft ?
Jedenfalls zog das übliche Argument der Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes oder einer Übervölkerung des Wohnortes bei diesem Mann nicht.
Er war bereits reich geboren und hatte sein Vermögen um einen weiteren beträchtlichen Reichtum angehäuft in den 48 Jahren seiner bisherigen Inkarnation.
Die Religion war es scheinbar aber auch nicht denn mein Donald glaubte nicht einmal an Gott, doch irgendetwas schien ihm in seinem Leben zu fehlen
Warum hasste er alle Muslime?
Woher kam dieser unsägliche Hass ?
Ich vermute einfach mal das es die Vorfälle in der Kölner Silvesternacht waren. Jedenfalls fing es zu diesem Zeitpunkt in etwa an bei ihm.
Es war sicherlich die Summe der Tatsachen, welche unsere Politik bis zu diesem Zeitpunkt geschaffen hatte. Und obgleich Donald reich ist, so hat er ja auf der anderen Seite auch Augen zum sehen und Ohren um zu hören.
Ganz sicher hatte er einige arme Menschen getroffen, mitten in Deutschland.
Und ebenso sicher, hatten sie ihn angestachelt, ihm erzählt wie wenig sie in unserem reichen Deutschland zum Leben haben, wie erbärmlich sie dahinvegetierten.
Und ich muss an dieser Stelle gestehen:
Das ist eine Tatsache, welche wir nicht verleugnen können.
Warum jedoch Donald sich plötzlich berufen sah, daran etwas mit Gewalt und Hetze zu ändern erschloss sich mir nicht.
Es gibt viele Wege etwas gutes zu tun. Aber leider ebenso viele, etwas schlechtes zu tun.
Jedenfalls war mein Donald plötzlich zu so ner Art Batman mutiert.
Ich zweifelte nur daran, das sein eingeschlagener Weg auch der richtige sei.

Denn das Ziel seines Unmuts waren die Flüchtlinge, die uns nach seiner Ansicht überrollen, nur unser Geld wollen und uns in der für ihn logischen Endkonsequenz, das gesamte Land rauben wollten.
Flüchtling bzw. Asylbewerber hat für Donald die gleiche Bedeutung wie Verbrecher, Vergewaltiger, Dieb oder Sozialbetrüger. Und da war auch nicht mit ihm zu reden. Er wurde böse wenn man mit ihm diskutieren wollte, schrie einen an und so versuchte ich das Thema möglichst zu meiden. Aber auch das gelang mir nicht.

Der Hass der Massen trifft momentan auf Menschen, die in den Augen so mancher Deutscher nur vermeintlich nach Schutz suchen. Einfach zu viele Wirtschaftsflüchtlinge hat unser Land bereits aufgenommen und so dafür gesorgt, dass die Menschen verunsichert sind.
Jene Massen an Menschen, machen vielen von uns Angst. Und ich betone an dieser Stelle das UNS denn es sind schon lange nicht mehr nur wenige, die weitere Flüchtlinge ablehnen. Es ist und das ist Fakt, eine Sache die uns fast alle betrifft.
Erscheint es doch manchmal so, als kämen sie wie die Heuschrecken über unser Land hergefallen und wollten uns überrennen, übernehmen und unsere Kultur ausrotten, indem sie uns Scharia, Burkas und Muezzine aufdrängen.
Dieser Islam, eine Religion, von der wir glaubten gelernt zu haben:
> Das bringt uns nichts gutes.Da ist die Gewalt an der Tagesordnung und die Demokratie in jener Form wie wir sie zu kennen glauben jäh beendet. >

Unsere Medien treiben tagtäglich eine neue Sau durchs Dorf, buchstäblich gesprochen.
Übergriffe in Schwimmbädern, vergewaltigte Frauen die aus Angst vorm schwarzen Mann schon nicht mehr die Innenstädte betreten wollen.Die Vorkommnisse an Silvester, nicht nur in Köln.
Und dann auch noch der böse IS – das ist ganz einfach zu viel für den Durchschnitts-Deutschen.
An dieser Stelle wäre unsere Regierung gefordert, indem sie den Dialog mit dem Bürger sucht.
Stattdessen bekommen reihenweise die Menschen den braunen Stempel verpasst.
Und so kam es, wie es einfach kommen musste.
Wenn die Anzahl der Menschen mit braunem Stempel kontinuierlich steigt, es immer und immer mehr werden, dann muss sich gar niemand darüber wundern, dass sich solche Menschen in Gruppen zusammen schließen.
Und irgendwann hat man dann Pegida und AFD. Und gemeinsam schreien sie Lügenpresse und beginnen damit Flüchtlingsunterkünfte anzuzünden oder Menschen zu verprügeln, die für all das gar nichts können.Menschen die die Hölle bereits hinter sich  zu lassen geglaubt haben, stehen  nun einer neuen Hölle gegenüber und verstehen wohl gerade die Welt nicht mehr.
So manchen Bürger der bei Pegida mitläuft, würde ich an dieser Stelle so gerne fragen:
„ Warst Du einmal auf der Flucht ? Hast Du je Dein zu Hause verloren oder hast Du wenigstens einmal in Deinem Leben mal echten Hunger gehabt ?
Hat in Deinem Haus mal ne Bombe eingeschlagen oder sind Deine Kinder erschossen worden, Deine Geschwister vergewaltigt worden ?“

Aber vermutlich werden nur die wenigsten darüber mal nachdenken. Was der Mensch nie erlebt hat, da kann er sich auch nur schwerlich hineinversetzen.
Die Vergangenheit unseres Landes ist nicht gerade eine rühmliche. Das im 21 Jahrhundert, inmitten der angeblich zivilisierten Welt noch solche Dinge passieren können, hätte ich mir bis vor wenigen Jahren nicht träumen lassen.
Ich war stets der Meinung das unsere Nation aus diesen Fehlern gelernt hat und auch niemals wieder einen Krieg führen wird.
Und heute ?
Unser Land befindet sich in einigen bewaffneten Konflikten wie man das ja in neudeutsch ausdrückt denn Krieg ist ein Wort, das sagt man ja nicht.
Die Flüchtlinge indes sind nur das Resultat unserer Politik, unser aller Gier nach mehr und nach immer billiger. Hätten wir diese Länder nicht destabilisiert und sie ausgebeutet, wäre es niemals zu diesen Kriegen gekommen.
Eigentlich hatte ich gedacht, die Menschen hätten das bereits begriffen.
Aber scheinbar haben sie es nicht.
Vielleicht auch deshalb, weil die Medien es nicht richtig erklären und weil unsere Politiker einfach die falschen Wege gehen bzw. uns alle belügen.
Müssen wir den Medien für ihre falschen Informationen böse sein ?
Und können wir jenen einen Vorwurf machen, die sich seitdem das Internet in unsere Häuser eingezogen ist, darum bemühe die wahren Nachrichten zu verbreiten ?
Wohl kaum.
Wären die Politiker und die Medien ehrlich, so wäre es vollkommen unnötig. Wir alle wären aufgeklärt und hätten ein echtes Mitspracherecht, ganz so wie es sich in einer echten Demokratie gehören würde.

Aber ist das wirklich so ? Oder spielt da nicht die Übertreibung in den Medien und auch oder besonders in den sozialen Netzwerken eine tragende Rolle, eine Vorläufer -Rolle die so eigentlich gar nicht stimmt ?
Wie sieht es aus mit Schlagzeilen um jeden Preis und wie arbeitet der Journalist von heute?
Er wird nach Klicks bezahlt und eine Zeitung oder ein TV Sender will gute Quoten.
Hm...immer das Gleiche, leider. Ein dreifaches Hoch auf den Kapitalismus in seiner reinsten und momentan wohl besten Form ?
Oder sollten wir zurückrudern ? Und auf Werte besinnen, die bereits hunderte von Jahren galten ?
Was ist so falsch daran ehrenwert zu sein, Versprechen zu halten und ehrliche Geschäfte zu tätigen ?

Ich glaube wir alle hielten inne, als die Flüchtlinge kamen und wir alle hatten Angst davor, dass einige von ihnen Terroristen sein könnten.
Und diese Annahme, sie erscheint mir auch gar nicht so sehr aus der Luft gegriffen zu sein. So manchen hat man bereits im tiefen Sauerland oder sonstwo einfangen können. Gott sei Dank bevor da irgendwer etwas planen oder ausführen konnte.
Ob es dabei bleiben wird ? Nun, ich denke Brüssel und Paris haben uns da endgültig die Augen geöffnet. Wir sind nicht in Sicherheit !
Wir sind es nicht mitten in Europa,nicht in den USA, nicht ins Afrika oder Asien.Wir sind es nicht in unseren Urlaubsorten und auch nicht auf unseren Reisen in Zügen oder Flugzeugen.

Diese Frage, ob wir uns in Sicherheit wiegen können in Deutschland, werden wir erst dann beantworten können wenn wirklich etwas geschehen ist.
Ich weiß, die Ergebnisjournalisten stehen bereits in den Startlöschern, um dann irgendwann sagen zu können: Ich habs ja immer schon befürchtet und schon immer gewusst. Warum habt ihr auch die Grenzen geöffnet ? Warum har Merkel das Grundgesetz unseres Landes mit Füßen treten dürfen und keiner traute sich etwas zu sagen - außer vielleicht Horst Seehofer.
Doch ganz so einfach ist das nicht, Ergebnisjournalismus war noch niemals ein wirklich guter Journalismus.  Gerade weil sich daran im Grunde genommen jeder einzelne Bürger beteiligt, sich aufspielt und aufbläht wie eine Seifenblase, welche anschließend auch genauso schnell wieder zerplatzt.

Doch all jene Einwände meinerseits beeindruckten meinen ganz persönlichen Donald Trump an diesen Tagen nur wenig.
Wegnehmen könne ihm eh niemand etwas, er sei immerhin gut bewaffnet gegen das Islamistenpack ließ er mich wissen und zeigte mir, in seinem Haus angekommen auch seinen Waffenschrank, den er mit viel Stolz und geschwellter Brust für mich öffnete.

Ich selbst war mal Sportschützin, besann mich jedoch im Laufe der Jahre darauf, dass solche Mordwaffen in einem Privathaushalt einfach nichts zu suchen haben. Vorbei war die Zeit der Schützenvereine und des Experimentierens bei mir. Es hatte mir nie Sicherheit gegeben, sondern eher ein Gefühl von Angst vermittelt. Heute habe ich nur noch meine Hunde und selbst die sind nie abgerichtet worden.. Ich denke darauf vertrauen zu können, das sie ihren job erledigen werden wenn ich einmal in Gefahr kommen sollte – und das werden sie auch weil es ganz einfach in ihrer Natur liegt, das zu beschützen was sie lieben.
Mein Donald hatte ein Haus, welches bis in den letzten Zipfel hinein abgesichert war ! Von außen betrachten konnte man nur erahnen, was sich hinter einer hohen Mauer verbergen könnte. Zu sehen war indes nichts weiter als eine Betonmauer und einigen Garagen, ebenfalls aus Beton und darin standen einige Luxusautos der allerhöchsten Güte. Solche die man im Alltag nur selten zu sehen bekommt und wonach sich der „gemeine Bürger“ stets den Hals verrenkt wenn er sie auf den Straßen einmal zu erblicken vermag.
Und doch war eine gewisse Traurigkeit in Donalds Augen zu erkennen, konnte er doch all das was er sein Eigen nannte mit fast niemandem teilen. Zu groß war seine Angst wegen Geld oder materiellen Dingen alleine geliebt zu werden. Auf der anderen Seite gab er sich jedoch die allergrößte Mühe, keinen Menschen zu dicht an sich ran zulassen.
Frauen, die hatten das zu tun was er sagte, ansonsten gabs nen Tritt und weg damit.Es standen ja reichlich hübsche Mädels auf der Warteliste. Ob das allerdings wirklich Frauen waren, wage ich zu bezweifeln. Eine echte Frau, eine selbstbewusste Frau die nimmt keinen Mann wegen Geld.
  
Einen seltsamen Vogel, hatte ich ihn vor vielen Jahren einmal genannt. Heute begriff ich, ich hätte viel öfters auf meine innere Stimme hören sollen denn dann hätte ich diese Einschätzung nicht revidiert.
Ihn für harmlos zu halten war ein Fehler gewesen.
Doch wenn er emails schrieb, kam seine verletzliche Seele manchmal zum Ausdruck und so stufte ich ihn irgendwann einmal als liebenswürdig ein und gab die Schuld seines schlechten Benehmens der misslungenen Erziehung seiner Eltern, welche ihn zwar großzogen aber die Liebe außer Acht ließen.
Doch in Wahrheit hatte ich gar nichts von diesem weichen Kern gefunden. Vor mir stand ein ausgewachsener Nazi, wie man ihn sich im dritten Reich gewünscht hätte. Goebbels hätte seine Freude an ihm gehabt, dessen bin ich mir sicher.
Ein Mann der bei mir nur noch einen einzigen Pluspunkt hatte:
Er tat es Gott sei Dank seinem amerikanischen Vorbild nicht gleich und ging nie in die Politik. Gut so ! dachte ich bei mir und wurde bereits im nächsten Moment mit einer weiteren, entsetzlichen Aussage konfrontiert.
„ Wir können das nicht mehr dulden in unserem eigenen Land . Jetzt ist hier jeder einzelne gefragt, sich dagegen aufzulehnen," sagte er.
„ Ich habe am Freitag vor den Landtagswahlen mit meinen Mitarbeitern gesprochen und sie darin bestärkt die AFD zu wählen.
Hallo ?
Was hörte ich da ? Weiß der gute Mann eigentlich nicht, dass man so etwas nicht darf ?
Menschen vor den Wahlen zu beeinflussen, das gehört sich erstens nicht und zweitens dachte ich, solche Praktiken gehörten in Deutschland längst der Vergangenheit an – jener Vergangenheit auf die wir zu Recht nicht gerade mit Stolz zurückblicken.
Und genau das versuchte ich ihm dann zu erklären.
Doch Verständnis oder gar Einsicht war nicht zu erwarten.
Er holte noch einmal aus, abermals mit lauter, bestimmender und fast schon zornigen Stimme:
„ Du laberst den gesamten Müll nach, den Dir die Idioten in Berlin und im TV erzählen. Du machst die Augen nicht auf !" 
„Wozu haben die Frauen in der Nachkriegszeit geschuftet ? Dafür das Du und all die anderen linken deutschen Feiglinge verleugnest wofür sie gelitten und gestorben sind ?
Die Geschichte wurde von den Alliierten geschrieben und nichts, rein gar nichts davon lässt sich heute noch beweisen.“
Da war er nun wieder mit seinen Beweisen und das machte mich auf der einen Seite traurig, allerdings auch wütend. Schon früher hatte mich das auf die Palme bringen können, dass er für alles Beweise wollte. In seiner Gegenwart hatte ich mich stets gefühlt, als verhöre mich ein Staatsanwalt aus der DDR. Gleichzeitig brauchte er natürlich niemals etwas zu beweisen. Doch an dieser Stelle, wäre ich innerlich fast geplatzt denn ich sollte ihm jetzt beweisen, das Deutschland einen furchtbaren Krieg angezettelt hat? ? Oh Nein mein Freund - das ist eine Tatsache und die muss niemand beweisen.
Was man ihm wohl angetan hatte, überlegte ich.
Ich entgegnete ihm:
„ Was im dritten Reich geschah, war wohl das schlimmste Verbrechen der modernen Menschheitsgeschichte und wage es nicht noch einmal, das einfach so zu leugnen. Unzählige Menschen starben in diesem Krieg, der von Deutschland und seinem verrückten Führer angezettelt wurde. Der Holocaust war mit Abstand das schlimmste, wozu Menschen je in der Lage gewesen sind. Willst Du das etwa auch verleugnen ?“

Und er verleugnete mit lauter Stimme den Holocaust, erzählte weiterhin die schönen und leider unwahren Geschichten der Trümmerfrauen, die Deutschland mit all ihrer Liebe und Körperkraft wieder aufbauten..Konzentrationslager hätte es niemals in dieser Form gegeben und den Juden und anderen Verbrecher seien lediglich etwas die Lebensmittel gekürzt worden nach alten englischen Kolonialvorbild, was denn auch erklären würde warum sie so abgemagert gewesen seinen nach ihrer Befreiung.Das sei damals gängige Praxis gewesen entgegnete er mir. 

Ich indes dachte mir meinen Teil,empfand es jedoch angesichts dieser Dummheit und verblendeten Meinung seinerseits als angemessen, einfach die Schnautze zu halten.
Immerhin saß ich gerade in seinem Auto, auf dem Rückweg von Straßburg nach Baden-Baden . Und ich hatte die Faxen so dicke, konnte mir nur noch Ärger einhandeln bei jedem weiteren Wort.
Ich biss mir fast auf die Zunge, es fiel mir endlos schwer die Beherrschung zu behalten aber ich wusste nun endlich, was ein echter Nazi ist .
Hatte ich zuvor noch Zweifel, Bedenken oder redete mir ein, das die rechte Meute unser Land niemals wieder erobern würde, so musste ich mir an dieser Stelle wahrhaftig eingestehen: Ich saß im Auto eines Nazis und davon gibt es mehr als mir lieb ist in Deutschland.
Ich schwieg. Er tat es mir für einige Minuten gleich um dann aber mit voller Energie abermals loszubrüllen:
 „ Musst Du erst von 10 dieser Bimbos vergewaltigt werden ? Warum kapierst Du das einfach net ?“
Ich schwieg weiter, schaute einmal kurz sein Profil von der Seite an und war plötzlich angeekelt bei seinem Anblick.
Es war ein Moment in welchem ich begriff, kein Wort dieser Welt stimmt diesen Mann noch um.
Die Sache war für mich erledigt.
Als wir endlich in Baden-Baden ankamen, verabschiedete ich mich von ihm und ging schnellen Schrittes in mein Hotelzimmer.
Es fiel in diesen Minuten eine Last von mir ab.
Ich war Gott sei Dank wieder alleine, emotional jedoch buchstäblich am Ende.
Ich überlegte kurz ob ich in die Therme gehen sollte, welche sich im Untergeschoss des Hotels befand aber mir fehlte die Muse und die Kraft dazu.
Ich war hungrig und überlegte etwas essen zu gehen, doch bereits bei dem Gedanken daran, wich der Appetit einem riesigen Klos im Hals.
Fünf Minuten später fand ich mich an der Rezeption des Hotels wieder und checkte aus.
Eilig packte ich meine Sachen zusammen und flüchtete aus Baden -Baden. Als später eine sms von ihm ankam, war ich bereits auf halbem Wege nach Hause.
Panik hatte sich in mir breit gemacht, bei dem Gedanken daran, abends mit ihm das Casino besuchen zu müssen.
Und ich ahnte:
Ich hatte gerade einen Freund verloren - Oder doch nicht ?
War er überhaupt je ein Freund gewesen ?
Sicher war er das, allerdings in einer anderen und längst vergangenen Zeit.
Oder lag es an mir ?
War es vielleicht möglich, dass nur ich mich verändert hatte und er schon immer so gewesen war ?
Das nur irgendwer die richtigen Knöpfe drücken musste, um ihn zu dem werden zu lassen was eigentlich seiner wahren Natur entsprach ?

© Anja Mattern

11.2.16

Les Miserables / Die Elenden

Solange es kraft Gesetz und Sitte eine soziale Verdammnis gibt, die inmitten unserer Zivilisation künstlich Höllen schafft und der göttlichen Vorsehung ein menschliches Fatum hinzufügt, solange die drei Probleme des Jahrhunderts, die Entwürdigung des Mannes durch das Proletarierdasein, die Schändung des Weibes durch den Hunger, die Verwahrlosung des Kindes durch die geistige Finsternis, in der es gehalten wird, solange diese drei Probleme nicht gelöst sind, solange in gewissen Lebensbezirken der soziale Erstickungstod möglich ist oder, von einem noch allgemeineren Gesichtspunkt aus, solange auf Erden Unwissenheit und Elend herrschen, dürften Bücher wie dieses nicht überflüssig sein.



1862 schrieb Victor Hugo "Les Miserables´". Der obige Text ist das Vorwort zu seinem phantastischen Buch, welches heute aktueller denn je erscheint:
Les Miserables oder auf deutsch " Die Elenden".

Schauen wir uns doch einmal den Text des Vorwortes genauer an und überprüfen, was davon noch aktuell ist.
Alles !
Jeder einzelne Punkt ist sogar brandaktuell. Und wir "Alle" bilden uns ein, zivilisiert zu sein und die Welt zum positiven hin verändert zu haben.

Diese künstliche Hölle, ist auf dem Foto für mich persönlich sehr gut getroffen. Das Bild zeigt eine Wäscherei in Mumbai/ Indien. Ich nahm dieses Foto vor ca. 6 Jahren auf, als ich die Stadt besuchte. Man kann es sich als Deutscher nur schwerlich vorstellen, unter welchen Bedingungen die Menschen dort Tag für Tag ihren Lebensunterhalt verdienen müssen - in dieser heißen, mehr als ungemütlicher Hölle waschen, trocknen und bügeln Frauen, Männer und Kinder jeden Tag - solange bis sie tot umfallen
Und doch, es ist Realität für viele Tausende Menschen überall auf dieser Welt.
Die Entwürdigung des Mannes, die Schändung des Weibes und die Verwahrlosung des Kindes sind Fakt.
Und wir müssen, um dies alles zu betrachten, heutzutage auch nicht mehr nach Indien fliegen. All das befindet sich mitten unter uns - in unserem Europa.
Künstliche Höllen in Bergwerken, Nähereien, Fabriken und vielen anderen Orten.
Menschen die unter dem Mindestlohn jeden Tag arbeiten und sich am Ende des Monats doch nichts leisten können, sind auch in Deutschland lange an der Tagesordnung angekommen.
Auch Hunger ist in unserem vereinten Europa schon eine Tatsache. Kaum vorstellbar in einem Kontinet, welcher von seinen Gründern und Regierenden als etwas großartiges bezeichnet wird.
Kinder die in geistiger Finsternis gehalten werden - sei es das sie keine Schule besuchen dürfen oder können.
Doch anstatt etwas dagegen zu unternehmen, werden die Reichen jeden Tag nur noch reicher.
Die armen werden kurz gehalten - mit Entwicklungshilfen, Einführung des Mindestlohns, Harz 4 und last but not least mit immer günstigeren Lebensmitteln und anderen Waren.
Das bei sochen Aktionen immer mehr Menschen in die Abwärtsspirale geraten, interessiert den Deutschen, welcher billige Waren kaufen möchte, zuerst einmal nur sehr wenig.
Doch seit einiger Zeit interessiert es nun doch immer mehr Menschen.Zum einen deshalb, weil Geiz ist geil halt irgendwann auf den eigenen job erreicht und zum anderes deshalb, weil sich immer mehr Menschen auf den Weg nach Europa bzw. Deutschland machen.
Seit jenenTagen im letzten Spätsommer als vor unseren Grenzen immer mehr Flüchtlinge standen, haben wir sozusagen den Salat !
Im Zeitalter des Internets und der smartphones sehen immer mehr Menschen auf unserem Planeten, wie gut wir in der westlichen Welt " scheinbar" leben.
Die Armen die unsere smartphones zusammenbauen und von unserem Müll leben, machen sich nun auf den Weg ins vermeintliche Paradies.
Sie alle wollen ein Stück vom großen Kuchen abbekommen.
Und das gefällt uns hier nun wirklich überhaupt nicht !

Aber was hatten wir eigentlich erwartet ?
Dachten wir ernsthaft, dass es so auf Dauer weitergehen kann ?
Hätten wir nicht ahnen können, dass es auf Dauer nicht gut gehen kann, selbst mit allen Annehmlicheiten zu leben und den Rest der Welt auszuschliessen bzw. sie klein zu halten - für unseren Reichtum ?
Insgesamt beziffern die Vereinten Nationen die Zahl der Menschen, die sich auf der Flucht befinden und Sicherheit und neue Lebensperspektiven suchen, auf derzeit ca. 100 Millionen. Das internationale Rote Kreuz schätzt, daß die Zahl der Flüchtlinge weltweit um die Jahrtausendwende auf über 500 Millionen anwachsen wird.

Was also tun ?
Die Grenzen schliessen ?
Macht das denn überhaupt noch Sinn oder ist es nicht lediglich eine Verlagerung der weltweiten Probleme ?
Vielleicht sollte sich die westliche Weltgemeinschaft ja doch einmal ein paar mehr Gedanken machen.?

Nun, der Anfang ist schon einmal gemacht.
Und in diesem Punkt stehe ich wirklich voll hinter der Politik von Frau Merkel:
Wir müssen Verbesserungen in den Herkunftsländern schaffen, damit die Menschen in ihrer Heiat bleiben können.
Doch die einzige Möglichkeit das Problem langfristig lösen zu können, stösst auf ziemlich taube Ohren in unserer Gesellschaft. Niemand will die Flüchtlinge haben und auch niemand möchte das Geld locker machen für die Alternativen.

Wenn man ein Problem hat, muss man es versuchen zu lösen.Doch was Europas Politiker gerade machen, ist ein Verschliessen der Augen vor der Realität.Frei nach dem Motto: " Ich steck dann mal meinen Kopf in den Sand und warte ab ! Vielleicht ist ja alles wieder gut wenn ich das lange genug so  mache.
Auch nicht viel besser sind da die Vorschläge, welche aus der Bevölkerung kommen.
Grenzschliessungen werden nichts bringen, die Menschen werden diese Grenzen in der Masse garantiert überwinden. Und was dann ?

© Anja Mattern

10.2.16

Die Welt ist zu groß......

Die Welt ist zu groß,als dass man sie unbesprochen lassen könnte. 

Und je rascher sie sich dreht, desto wichtiger ist es, kühlen Kopf zu bewahren, Stand zu suchen und Orientierung zu finden.


  Dr. Alexander Kissler




















Unsere Welt ist nicht nur sehr groß, sie ist auch recht vielfältig.
Keine Kultur gleicht der anderen und Menschen haben nun einmal unterschiedliche Ansichten. 

Und genau über jene Vielfalt, in unserer Welt müssen wir sprechen, diskutieren und uns auch manchmal reiben.

Natürlich sollten wir bei solchen Diskussionen auch darauf achten, niemanden persönlich zu beleidigen und  ihm/ ihr oder gar vielen Leid zufügen. 
Nunja und Gewalt verhindern sollten wir möglichst, falls wir mitkriegen das irgendwo dazu aufgerufen wird.
In der Flüchtlingsfrage geht momentan so einiges schief.  Aber warum eigentlich ?
Wo liegt unser Problem oder ist es gar keins ?
Demokratie ist etwas wundervolles - wenn sie denn wirklich in einem Land auch zu finden ist und eben nicht nur noch in der Verfassung steht, ohne noch jegliche Bedeutung zu haben.
Das Wort Demokratie stammt aus dem alt griech. und heißt übersetzt:

>>> Herrschaft des Staatsvolks <<<

Laut Wikipedia bezeichnet das Wort Demokratie Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen, indem dieses – entweder unmittelbar oder durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten – an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen, beteiligt ist. In demokratischen Staaten und politischen Systemen geht die Regierung durch politische Wahlen aus dem Volk hervor. Typische Merkmale einer Demokratie sind freie Wahlen, das Mehrheitsprinzip, die Akzeptanz einer politischen Opposition, Verfassungsmäßigkeit, Schutz der Grundrechte, Schutz der Bürgerrechte und Achtung der Menschenrechte. Da die Herrschaft durch die Allgemeinheit ausgeübt wird, sind Meinungs-und Pressefreiheit zur politischen Willensbildung unerlässlich.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie



Kann momentan bez. der Flüchtlingsfrage überhaupt noch ein Diskurs stattfinden?

Gibt es diese echte Demokratie noch in unserem Land ? 
Ob nun bewusst oder unbewusst werden momentan alle Systemkritiker mit dem braunen Stempel versehen.
Dabei richtet sich der Protest der meisten Menschen doch gar nicht gegen Ausländer oder Flüchtlinge. Die wenigsten Menschen in unserem Land haben tatsächlich etwas pauschal gegen Ausländer, dazu leben wir alle hier schon viel zu lange mit Migranten aus aller Herren Länder zusammen. Und ich behaupte einmal, wir leben bis auf sehr wenige Ausnahmen sehr gut miteinander - oftmals sogar Tür an Tür und das ist auch gut so !

Was hier gerade passiert hat weniger etwas mit Ausländern oder Flüchtlingen zu tun.
Der wirkliche Protest der hier gerade stattfindet, richtet sich doch eigentlich gegen die Regierung.
Eine Regierung die gerade alles tut, nur nicht den Willen des Volkes dabei berücksichtigt.
Alle Großparteien sind im Abschwung, die Drift nach links geschieht gerade hinterrücks und nach rechts driften ist in unserem Land ein Tabu.
Irgendwie erscheint es mir momentan so, als gäbe es da eine unsichtbare Barriere, die uns, also das Deutsche Volk davon abhält die Mehrheitsmeinung in Gesetze umzuwandeln - was doch im Grunde genommen exakt das ist, was eigentlich alle Politiker geschworen haben auch zu tun.

In meinem persönlichen Umfeld finde ich kaum noch Menschen, die unserer Regierung noch vertrauen.
Wenn das der Sinn oder das Bild einer Demokratie sein soll, dann frage ich mich wo wir hier leben ?
Ich denke wir sollten endlich anfangen darüber wahrhaftig zu diskutieren und das wenns geht ohne Beleidigungen .

© Anja Mattern



16.3.15

Dürfen spirituelle Menschen urteilen und bewerten ?

Darf ein spiritueller Mensch keine Wertungen und Urteile mehr abgeben ?
Wie oft las ich in der letzten Zeit solche und ähnliche Äußerungen in div. Artikeln aber ganz besonders oft in Kommentaren bei  sozialen Netzwerken. So manche Male, ertappte ich mich dann auch selbst dabei, mir immer und immer wieder einzureden, dass ich mir solche Wertungen und Beurteilungen doch besser ersparen sollte.Ja sogar das sie für meine spirituelle Entwicklung hinderlich seien.
" Ich sollte doch nun wirklich nach all den Jahren, so langsam dazu in der Lage sein, diese Welt und die Menschen darin liebevoll, urteilsfrei und ohne jegliche Wertung anzunehmen, ganz einfach zu akzeptieren.
Oder doch nicht ?
Also ich komme an dieser Stelle einfach nicht umhin, es zu gestehen:
" Ich werte immer noch !"
"Ich bewerte sogar an jedem Tag meines Lebens irgendetwas."
Ob das nun un-spirituell sei oder nicht - ich tue es ganz einfach, vielleicht auch weil es in meiner Natur liegt?
Ich befürchte sogar, es liegt in unser aller Natur.
Betrachte ich es einmal aus Überlebenstaktischen Gründen, so komme ich zu dem Schluß, das es sogar überaus wichtig ist zu bewerten denn unser Verstand ist  aus gutem Grund so aufgebaut.
Wir alle bewerten und urteilen nahezu rund um die Uhr.
Wir tun es im Straßenverkehr, beim einkaufen, bei der Partnerwahl, bei der Betrachtung der unterschiedlichsten Situationen oder Gegenstände etc.

Betrachte doch einmal die Szene auf dem Foto, wie wirkt sie auf Dich ? Schau sie Dir einmal einige Sekunden an, horche in Dich was Dein erster Gedanke ist.......und vergiss dabei nicht Dir die Szene so vorzustellen, als seiest Du selbst mittendrin. Sehe, höre und rieche.....

Natürlich urteilen und werten wir.
Und es ist auch überaus wichtig, das wir dies tun denn nur so sind wir auch dazu in der Lage, schnelle und möglichst korreke Entscheidungen zu treffen welche uns voranbringen, unser Leben sichern und uns den Weg in ein Leben ebnen das wir genauso haben möchten.
Mit unseren daraus resultierenden eigenen Entscheidungen bestimmen wir somit letzendlich das was in unser Leben tritt und was nicht.
Und auch unser höherer, intuitiver Verstand wertet und urteilt permanent.
" Ist das gut für mich ? "
" Treffe ich gerade die richtige Entscheidung ?"
"Wie fühlt sich das an ?"

Mal ehrlich:
Kannst Du Dir wirklich vorstellen, das dieser uns doch angeborener Mechanismus einfach so abgestellt werden kann ?
Oder machen sich da einige Menschen eigentlich nur selbst etwas vor, indem sie sich selbst als wertungsfrei und neutral bezeichnen ?

Jeder der sich selbst einmal genauer beobachtet, wird schnell feststellen das solche Wertungen und Urteile den ganzen Tag über präsent sind.
Wir tun es sogar im Zustand vollkommener Gedankenfreiheit denn die meisten dieser Mechanismen laufen ganz einfach unbewusst ab.
Vielleicht sollten wir also ganz einfach lernen anzunehmen, das dieses Bewerten und urteilen zu unserer Natur gehört ? Um es mal auf den Punkt zu bringen:
" Der bzw. unser Verstand erledigt doch ganz einfach nur seinen job :-)*

Was wir jedoch tun können, ist lernen zu unterscheiden denn in sehr vielen Fällen verlaufen die Bewertungen unseres Verstandes unbewusst ab.
Versuche ich also einmal meine ( unterbewusste ) Bewertung und die tatsächliche Situation als zwei getrennte Situationen wahrzunehmen, entsteht so eine Art Raum, in welcher ich zwar meine Bewertung als solche registriere aber nicht notwendigerweise glauben muß.
Ich selbst erlaube mir also, eine Situation oder einen Menschen ganz einfach jenseits dieser Bewertung wahrzunehmen.
Also sinngemäss:
" Aha ! das ist also die Bewertung meines Verstandes der mal wieder ganz schnell war .....Aber nun schau ich mir diesen Menschen doch einmal genauer an. Bin gespannt, ob er oder sie wirklich so ist;-) "

Aber mal ernsthaft:
Ist es nicht viel sinnvoller, die Verantwortng für diese eigenen Wertungen und Urteile anzuerkennen?
Sie sind ja nunmal da, wem nutzt es sie einfach wegzuleugnen ?
Es bringt mich doch keinen Schritt weiter, meine Urteile und Bewertungen einfach zu negieren.

Wäre es nicht viel besser, sie anzunehmen, sie zuzulassen?
Denn nur dann wenn sie sie annehmen und akzeptieren kann, bin ich auch dazu in der Lage in diesen "urteilsfreien" Raum einzutreten.
Natürlich kann ich auch nur so tun, als sei ich Wertungs-und urteilsfrei. Doch wem bringt das etwas ?
Mir ? eher NEIN denn ich belüge mich dann ja nur selbst.
Den Anderen ? Hm....meistens bemerkt unser Gegenüber relativ schnell wenn jemand so etwas behauptet aber eigentlich nur bedingt dazu in der Lage ist.

Das Thema bietet aber sicherlich noch ne Menge Diskussionsstoff. Bin gespannt auf eure Anmerkungen und " Meinungen " dazu !
Und seid euch sicher: Ich werde mir alle Mühe geben,mein Unterbewusstsein nicht die Oberhand gewinnen zu lassen ;-)

@Anja Mattern